Chronik

Aus dem Vereinsgeschehen in frohen und trüben Tagen

"Mit der Freude zieht der Schmerz traulich durch die Zeiten" hat der Dichter Joh. Peter Hebel gesungen und er hatte wahrlich Recht. Denn im Leben ist es nun mal so, Freude und Schmerz reichen sich gar oft die Hand und lösen einander ab. Das hat auch unsere Musikgesellschaft in ihrer 175-jährigen Vereinsgeschichte erfahren müssen, ist aber trotzdem gut druch die Zeitenstürme hindurch gekommen. Vielleicht gerade auch darum, weil die Macht der Töne ihrem Leben Kitt und Zusammenschluss gegeben hat.

Um die Jahre 1820 herum wurden in den Städen und Dörfern unseres Landes die ersten Musikgesellschaften, hervorgegangen aus den Trommler- und Pfeiferkorps, ins Leben gerufen, die hauptsächlich bei kirchlichen Feiern an hohen Festtagen ihre Weisen erklingen liessen.

Auch unsere Musikgesellschaft ist aus einem Kirchenorchester hervorgegangen. Einige initiative Männer taten sich zusammen um der Bevölkerung mit Musik Freude zu bereiten. Mit sehr bescheidenen Mitteln konnten sie das Volk begeistern. Wie aus einem uralten Schreiben zu entnehmen ist, haben diese in Wittenbach lange vor der Vereinsgründung in einem Restaurant an einem Gartenfest zusammen musiziert.

Das Gründungsjahr ist 1828 und die Musikgesellschaft Mosnang ist somit der siebtälteste Verein im Kanton St. Gallen.

Leider sind die aus dem 19. Jahrhunderrt geführten Musikprotokolle beim Brand der Wirtschaft "Schäfli" im Krimberg, zwischen Weihnachten und Neujahr 1919, dem Feuer zum Opfer gefallen. Es existieren deshalb nur noch die Protokolle seit dem Jahr 1904.

1904

wird die Musikgesellschaft als Harmoniemusik erwähnt. Sie wurde aber nach einigen Jahren wieder auf Blech geändert.

1909

Kauf der ersten Kopfbedeckung mit Federbusch zu Fr. 5.40 das Stück als Zeichen der Zugehörigkeit der Musikgesellschaft.

1913

An der Hauptversammlung schlägt der Dirigent vor, einen Satz Holz zur Blechmusik anzuschaffen, um Junge anzusprechen und so auf Harmoniemusik umzustellen.

1922

Aus der Vereinskasse wurden neue Hüte gekauft und zum Teil selber bezahlt. Die alten Hüte mussten durch Mitglieder gekauft werden. Ferner wurde beschlossen, Mitglieder die 25 Jahre im Verein waren, zu Ehrenmitgliedern zu ernennen.

1923

Erstmals wird im Protokoll die Teilnahme am toggenburger Kreismusiktag in Wattwil erwähnt. Fortan war die Musikgesellschaft an fast allen Kreismusiktagen beteiligt.

1928

Teilnahme am ersten Kantonalen Musikfest in Wattwil.

1931

Am Weissen Sonntag wurde die erste Uniform eingeweiht. Das sich ausgezeichnet präsentierende Gewand begleitete die Musikanten volle 20 Jahre bewegter Vereinsgeschichte.

1935

Der Toggenburger Kreismusiktag wurde zum ersten Mal von der Musikgesellschaft Mosnang organisiert.

1939 - 1945

Infolge des Krieges waren viele Musikanten im Militärdienst. Es konnte nicht mehr jedes Jahr ein Konzert durchgeführt werden. Auch die Hauptversammlungen wurden nicht regelmässig abgehalten, da von den ca. 25 Musikanten zeitweise bis zu 15 im Militärdienst waren. Ab 1946 fand nach Möglichkeit jeweils in der Fasnachtszeit ein Konzert statt, und zwar drei Mal. Am Sonntag Nachmittag um 15.30 Uhr im Freihof im Dreien und am Mittwoch Abend und am Sonntag Nachmittag im Bären in Mosnang.

1948-1951

wurde Geld für eine neue Uniform gesammelt, da dies nach 20 Jahren nötig wurde. Je zwei Musikanten zogen von Haus zu Haus um Geld zu sammeln. Am 7. Oktober 1951 war es dann soweit und es durfte die zweite Uniform eingeweiht werden, umrahmt von einer kirchlichen und weltlichen Feier.

1953

Am 3. Mai darf als weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschichte die erste Fahnenweihe, in Verbindung mit dem 125-jährigen Bestehen der Musikgesellschaft, erwähnt werden. Fahnengötti Bossert Fritz, Käsermeister, Fahnengotte Frau Caroline Gmür, Rest. Hirschen. Leider musste noch in diesem Jahr der Fahnengötti Fritz Bossert zu Grabe getragen werden.

1959

nahm man erfolgreich am Kantonalen Musikfest in Wil teil.

1962

Mitwirkung an der Jubiläumsfeier 75 Jahre Musikgesellschaft Bütschwil.

23. und 24. Juni, Jubiläumstag, 100 Jahre eidgenössischer Musikverband. Der 17. Juni war allgemeiner Spieltag. Es sollten nach Möglichkeit an allen Orten Platzkonzerte statt finden. Der Verein spielte auf der Anhöhe Herrenberg.

1963

Die Durchführung des 28. Kreismusiktages stand für den 5. Mai auf dem Programm der Mosnanger musikanten. Des schlechten Wetters wegen und weil die Feier im Freien abgehalten wurde, musste man das Verschiebedatum 12. Mai nehmen. Doch Petrus war gar nicht gut gesinnt, er schickte Schnee und Regen. Also wagten sie es am 19. Mai. Leider war am nachmittag auch da der Regen ein Begleiter der Marschmusik.

1967 - 1970

wurde eine grosse Sammelaktion gestartet. So wurden in diesen Jahren jeweils an Sonntagnachmittagen acht bis zehn Platzkonzerte in der ganzen Kirchgemeinde durchgeführt. Das Geld wurde für neue Uniformen sowie für neue Instrumente gebraucht. Einige Instrumente (B-Bass, Pauke) waren 50 bis 60 Jahre zuvor schon als Occasionen gekauft worden.

1971

konnten am 24. Januar nachmittags Dank der Spendenfreudigkeit der Behörden und der Bevölkerung sowie dem besonderen Wohlwollen vieler grosszügiger Gönner die neuen Uniformen und Instrumente eingeweiht werden. Dazu durfte man erstmals die Turnhalle benutzen. Diese durfte jedoch nicht für die Tanzveranstaltung am Abend gebraucht werden und so musste dafür eigens in den Unterkunftsraum gewechselt werden.

1973

fand am 13. Januar in der Turnhalle ein Konzert statt. und vom 27. bis 28. Oktober wurde bei Martin Fisch, Sonnhalden, ein Oktoberfest durchgeführt.

1974

Mitwirkung an der Feier zum 50-jährigen Bestehen des St. Gallischen kantonalen Musikverbandes am 8. und 9. Juni in Wil.

1976

Am 21. bis 22. Mai Frühlingsfest bei Martin Fisch und erstmals besuchten uns die Hindelanger-Musikanten aus dem Allgäu. Nach 55-jähriger treuer Mitgliedschaft verliess uns unser Ehrenmitglied Albert Fust.

1977

konnten die ersten Damen in den Verein aufgenommen werden. Für die Musikanten war ein Gegenbesuch nach Hindelang angesagt. Voll Freude machte der Verein sich auf die Reise. Am Ziel angekommen, wurde man herzlich mit Begrüssungsmusik empfangen. Zusammen spielte man bei schlechtem Wetter im Freien zur Freude der Bevölkerung. Ein Fass Bier war sehr bald geleert und die Kollegialität wurde gepflegt.

1978

Die kantonale Veteranentagung organisierte der Verein am 4. Mai. Die Veteranenfahne wurde für ein Jahr in Obhut genommen. In diesem Jahr musste der Fähnrich mit der Veteranenfahne an 15 Beerdigungen von kantonalen Jubilaren (50 Jahre Mitgliedschaft) teilnehmen. Am 6. und 7. Mai fand die 150 Jahr-Feier der Musikgesellschaft statt. Auch zu diesem Anlass besuchten uns die "Hindelanger". Ein 150-jähriger ununterbrochener Bestand einer Musikgesellschaft ist Zeugnis von Lebenskraft und kollegialer Zusammengehörigkeit. Das wäre ohne viel Begeisterung und persönlichem Einsatz aller gar nicht möglich.

1979

verliess leider Ehrendirigent Jakob Wohlgensinger nach 50-jähriger Mitgliedschaft, davon 22 Jahre als Dirigent, den Verein. Als sein Nachfolger wurde Josef Ammann gewählt. Ebenfalls in diesem Jahr überbrachten wir die Veteranenfahne nach Wangs.

1981

wurde am 26. und 27. September in der Werkhalle Fisch der 35. Toggenburger Kreismusiktag durchgeführt.

1982

Mitwirkung an der 100 Jahr-Feier der Musikgesellschaft Lütisburg.

1983

fand am 6. und 7. Oktober wieder in der Werkhalle Fisch ein Fest statt. Als mitwirkender Verein konnte die Polizeimusik Zürich begrüsst werden.

1984

nahmen wir nach 25 Jahren mit Erfolg wieder einmal am Kantonalen Musikfest teil, das diesmal in Rohrschach stattfand.

1986

wurde nach ca. 90 Jahren Blechmusik ein neuer Versuch mit Saxophon und später auch mit Klarinetten und Querflöten gewagt. Das Frühlingsfest fand diesmal zu Gunsten einer Neuuniformierung statt.

1988

wird Stefan Brändle als neuer Dirigent gewählt. Am 1. bis 2. Oktober wird anlässlich einer Neuuniformierung der 39. Toggenburger Kreismusiktag durchgeführt in diesem Jahr fangen (man höre und staune) nicht weniger als 94 Zusammenkünfte statt.

1989

organisierte der Verein die kantonale Delegiertenversammlung am 11.11 in Mosnang. Diese fand im neu erbauten Oberstufenzentrum statt.

1990

Am 8. Juli konnte das neue Probelokal eingeweiht werden. Dieses wurde in ca. 1600 Stunden Fronarbeit erstellt. Die Scheune stellte uns Bruno Schneider kostenlos zur Verfügung.

1991

nehmen wir am 29. und 30. Juni in Lugano erstmals am Eidgenössischen Musikfest teil.

1992

treten wir zum ersten Mal an einem Konzert in voller Harmoniebesetzung auf und am 3. und 4. Oktober sind wir am Winterfest in Hallau dabei.

1993

findet anlässlich des 165-jährigen Bestehens der Musikgesellschaft die zweite Fahnenweihe statt. Fahnengötti Beat Gmür Rest. Hirschen, Fahnengotte Rita Schneider Rest. Krone.

In den letzten Jahren wurden immer wieder Frühlings- sowie Weihnachtskonzerte durchgeführt. Auch waren wir regelmässige Teilnehmer an den Kreismusiktagen.

Natürlich muss in einem Verein auch immer wieder die Geselligkeit gepflegt werden. So wurden, wenn immer möglich, ein oder zwei tägige Ausflüge organisiert. Diese führten uns zum Beispiel an den Klöntalersee oder über den Klausenpass, ins Wallis oder sogar bis nach München. Erwähnenswert ist aber vor allem ein Ausflug anfang des letzten Jahrhunderts. Es war geplant mit dem Velo nach Einsiedeln zu fahren. Auf der Hulftegg war dann aber bereits Endstation. Von hier aus bestellten die Ausflügler in Einsiedeln ihre "Schafböcke" (Einsiedler Spezialität) und verbrachten die Wartezeit von etwa zwei Tagen also ganz in der Nähe.

Auch war ein Ausflug aufs Hörnli geplant, wohlverstanden mit den Instrumenten und zu Fuss ab Hulftegg. Oben angekommen, musste man sich natürlich zeurst stärken. Dabei machte sich die Pauke selbständig und rollte den Hang hinunter. Sie soll dies aber fast unbeschadet überstanden haben.